Über Geld zu sprechen, ist in Deutschland oft noch ein Tabu. Viele reden ungern darüber, wie es um ihre privaten Finanzen steht, ob sie Geldsorgen haben oder ob sie für die Zukunft finanziell auf sicheren Beinen stehen. Dabei wäre es gerade heute umso wichtiger. Denn die angespannte Weltlage, Krisen und Inflation wecken bei vielen Menschen Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft – und damit auch bei den Beschäftigten. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC sorgen sich 60 Prozent der Vollzeitbeschäftigten um ihre Finanzen.1
Während sich das BGM in Unternehmen oft um Bewegung, Ergonomie, Ernährung oder Stressmanagement kümmert, wird die finanzielle Gesundheit – das „Financial Wellbeing” von Beschäftigten häufig vernachlässigt. International und im angloamerikanischen Raum gewinnt das Thema deutlich an Bedeutung. US-Unternehmen etwa fokussieren neben der klassischen Altersvorsorge verstärkt kurzfristige finanzielle Belastungen ihrer Beschäftigten.2
Hierzulande fällt das Thema bisher noch in seiner Priorität zurück, berichtet etwa das Portal „Personalwirtschaft”. Finanzen werden meist als Privatsache behandelt – etwas, das außerhalb der Arbeit stattfindet. Dabei gehören Geldsorgen zu den stärksten Stressoren, die sich direkt auf die physische und psychische Gesundheit auswirken – und letztlich auf die Produktivität. Höchste Zeit also, das Thema anzugehen.